10 I 10 Edition "Asia Küche mit Vroni Lutz"

10|10 Asia Küche mit Vroni Lutz

10 I 10 Edition "Asia Küche mit Vroni Lutz"

Die 10|10-Edition ‚Asia-Küche von und mit Vroni Lutz‘, Teamköchin beim Profi-Radsportteam BORA – hansgrohe, begeistert mit asiatischen Rezepten, die einfach und schnell – eben 10|10 – zuzubereiten sind. „Ein perfektes Gericht ist für mich schnörkellos“, sagt Vroni. Und eben solch schnörkellose Asia-Rezepte finden sich in diesem Buch. Was BORA im Bereich der Küchenarchitektur gelang, ist Vronis Anliegen am Küchenherd: Sie stellt Bestehendes in Frage und hat den Mut, Gerichte neu zu denken und umzusetzen.

Innerhalb weniger Jahre startete die dynamische Chiemgauerin Veronika Lutz als Köchin voll durch. Was sie kann, hat sie sich zum größten Teil selbst beigebracht. Und davon profitieren jetzt auch die Radsportler von BORA – hansgrohe. Als Teamköchin sorgt sie für gesunde, aber gleichzeitig genussreiche Kost. Es war im April 2015, als eine junge Frau im karierten Holzfällerhemd in der TV-Kochshow „Game of Chefs“ auftauchte. So frisch und natürlich wirkte sie, dass sich die ganze Fernsehnation in sie verliebte. Und als einzige Amateurköchin schaffte es Veronika Lutz im Finale auf den dritten Platz. „Vielleicht ist das meine Art, mit Stress umzugehen, dass ich locker bin und viel rede“, sagt Vroni, wie sie alle nennen. „Nervös war ich nur ein paar Minuten lang. Dann hab ich all die Kameras ringsum vergessen und wär beinahe im Eifer des Gefechts über eine drübergestolpert.“

Wir treffen die 34-Jährige in ihrer Heimatgemeinde Riedering im Chiemgau. Und sind von der ersten Minute an überwältigt von der Energie, die Vroni ausstrahlt. Drei Kinder hat sie, „zwei Mädchen und einen Buben“. Deren Betreuung wäre eigentlich schon ein Vollzeitjob. Aber gleichzeitig kümmert sie sich im Moment um eine Baustelle nahe ihrem Wohnhaus. Dort entsteht nach Vronis Vorstellungen ein Tagescafé. Im kommenden Jahr möchte sie es eröffnen. Und damit geht für sie ein großer Traum in Erfüllung. „Es wird Frühstück geben, am Mittag gesunde Snacks und Sandwiches und nachmittags ganz klassisch Kaffee und Kuchen“, erzählt sie. Einmal in der Woche aber möchte sie auch am Abend öffnen. Und einer überschaubaren Zahl von vielleicht 20 Gästen ein 6-Gänge-Menü servieren. Aber das im Vroni-Stil, ganz ohne Chichi. „Die Leute sollen an einem langen Tisch sitzen, miteinander plaudern, Spaß haben. Und das Essen wird auf großen, alten Servierplatten serviert, von denen sich jeder selbst bedient.“ Ja, es wird klar: Obwohl eines ihrer Gerichte bei „Game of Chefs“ für das eines Sternekochs gehalten wurde, ist ihr das Produkt wichtiger als der ganze kulinarische Sternenhimmel. Ihr Anspruch ist es, Küche auf höchstem Niveau zu bieten. Aber ohne steife Servietten, steife Minen und steife Atmosphäre. Es ist jedoch an der Zeit zu erwähnen, dass Vroni noch einen weiteren Job hat. Sie ist Köchin des Radsportteams BORA – hansgrohe.

Zur Unternehmensphilosophie von BORA gehört es, auch kreativen Quereinsteigern eine so verantwortungsvolle Position anzuvertrauen. Wie BORA durch seine Produkte die Küchenarchitektur revolutionierte, so stellt auch Vroni Bestehendes immer wieder in Frage. Sie hat den Mut, Gerichte neu zu denken und umzusetzen. Sie macht selbstbewusst ihr eigenes Ding. Und das mit Erfolg. Wenn sie von den Radsportstars des Teams BORA – hansgrohe spricht, dann sagt sie „meine Jungs“. Mit ihrer unkomplizierten Art ist Vroni sehr beliebt bei den Sportlern. Und hat sich in kurzer Zeit höchsten Respekt verschafft. Auch, weil sie weiß, was „ihre Jungs“ nach einem Rennen brauchen, bei dem sie zwischen 6.000 und 8.000 Kalorien verbrennen. „Die sitzen sechs Stundn am Radl, die solln si drauf frein, was sie auf d’Nacht zu essen kriagn“, sagt Vroni in ihrem charmanten Chiemgauer Dialekt. Sie versteht es, mit ihren Kreationen eine Balance aus gesunder und genussreicher Ernährung zu zaubern. „Das schmeckt ja wie im 3-Sterne-Innerhalb Laden hier“, lobte sie kürzlich einer der Teamfahrer. „Das hat mich schon sehr gefreut“, gesteht sie. Ihre Identifikation mit dem Radsportteam geht so weit, dass die ehemalige Leistungsschwimmerin, die sogar in der Junioren-Nationalmannschaft war, nun selbst damit begonnen hat, Rennrad zu fahren. Aber bleiben wir beim Kochen. Vroni ist als Köchin eine Spätberufene und Autodidaktin. Erst während des VWL-Studiums und einer nachfolgenden Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin begann sie damit. „Notgedrungen“, sagt sie und lacht. Ihr Idol am Herd war nicht etwa ein Starkoch, sondern ihre Mutter. „Bei uns gab es nie Fertiggerichte. Meine Mutter hat immer mit frischen Zutaten aus dem Garten und sehr gut gekocht.“ Und genau das wollte sie auch. Schnell merkte Vroni aber, dass ihr das Kochen unerwartet großen Spaß machte. Und dass sie auch ein Talent dafür hatte. Das bestätigten ihr die Freunde, für die sie gerne mal kochte. Um ihre ambitionierten Hobbykochkünste auf ein professionelles Niveau zu bringen, half sie in der Küche des Landgasthofs Gut Apfelkam im nahen Rohrdorf.

Geprägt wurde Vroni auch von der italienischen Küche. „Meine Tante lebte in der Toskana. Wann immer es ein paar freie Tage gab, fuhr unsere Familie zu ihr.“ Und auch heute noch ist Italien für Vroni eine kulinarische Offenbarung. „Man kommt oft in ein Ristorante und denkt, wo bin ich denn da hingeraten“, erzählt sie. „Aber da steht dann die Mamma am Herd und macht das tollste Essen, das du jemals bekommen hast.“ Auch ihr Lieblingsgericht ist ein italienisches: Melanzane alla parmigiana. Aber viele Inspirationen holt sie sich aus der asiatischen Küche, deren Klarheit und Einfachheit auf höchstem Niveau sie fasziniert. So sehr, dass sie nun zusammen mit BORA ein Buch auf den Markt bringt. „Man erfährt darin, wie man in kurzer Zeit und mit wenigen Zutaten auf dem Tepan-Edelstahlgrill Asia-Gerichte zaubert, die wirklich was hermachen“, so beschreibt es Vroni mit ihren Worten. Das Buch gehört zur Reihe des von BORA entwickelten Rezept- und Kochkonzepts 10|10. Was heißt, dass 10 Minuten zur Vorbereitung genügen und 10 Minuten zur Umsetzung des Projekts. „Ein perfektes Gericht ist für mich schnörkellos“, sagt Vroni. Und genau solche schnörkellosen Asia-Rezepte finden sich in dem Buch. Vroni weiß, was sie will. Was sie an sich selbst als Schwäche sieht, ist vielleicht ihre größte Stärke. „Ich höre ungern auf andere und lasse mir auch ungern etwas sagen“, gesteht sie. Als „Sturschädel“ bezeichnet man solche Leute hier am Rande der Alpen. Oder positiv ausgedrückt: Sie ist zielgerichtet. Und nur so konnte sie sich innerhalb von zehn Jahren von der Kochanfängerin zur gefragten Profiköchin hocharbeiten. Sie ist kompromisslos, aber das auf lockere Art. Ein Kochkollege, dessen Arbeit sie gerne mag, ist Jamie Oliver. „Er kocht schon sehr interessant“, sagt sie. „Zudem finde ich seinen Ansatz toll, dass er in Schulen geht und dort Mittagessen zubereitet. Er tut mit seiner lässigen Art viel dafür, dass die Kinder wieder eine Wertschätzung für die Ernährung vermittelt bekommen.“ Die Kinder, das sind auch ihre strengsten Kritiker: „Wenn sie sagen, dass es ihnen schmeckt, dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“